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Erklärung wichtiger Fachbegriffe
Abwärmenutzung
Nutzung von thermischer Energie aus Abwärme. Zu unterscheiden ist:
a) Wärmerückgewinnung ohne Energiezufuhr durch rekuperativen oder regenerativen Wärmeaustausch und
b) Wärmerückgewinnung mit Energiezufuhr (Abwärmeaufwertung), z.B. durch Wärmepumpen oder auch durch Kraftwärmekopplung durch geringe Aufarbeitung des Arbeitsmittels (Wandlung der Abwärme)
Anergie
Energie, die sich nicht in eine andere Energieform umsetzen lässt (z. B. Wärmeinhalt der Umgebung)
Anlagenstromkennzahl
Der Quotient der elektrischen Leistung eines Heizkraftwerkes und der gleichzeitig abgegebenen Wärmeleistung
Arbeitszahl
Der Quotient einer von einer Wärmepumpe in einer bestimmten Zeitspanne gelieferten Nutzwärmemenge zur dafür aufgewendeten elektrischen Arbeit
Ausnutzungsdauer
Die Ausnutzungsdauer in Stunden ist der Quotient aus der Erzeugung in einer Zeitspanne und einer zugehörigen Leistung (Engpassleistung, Nennleistung, Anschlussleistung).
Benutzungsdauer
Wird meist in Stunden angegeben und ist der Quotient der elektrischen Arbeit (oder Wärmemenge) in einer bestimmten Zeitspanne meist ein Jahr und der höchsten auftretenden Leistung in derselben Zeitspanne.
Betriebsstromkennzahl
Quotient der in einem Betrieb während einer bestimmten Zeitspanne gebrauchten elektrischen Energie zur verbrauchten Wärmemenge in der selben Zeitspanne.
Bezugsenergie
Energieinhalt aller Energieträger, die der Verbraucher bezieht.
BHKW-Aggregat
Blockheizkraftwerk-Aggregat besteht aus den Hauptkomponenten -Hubkolbenverbrennungsmotor bzw. Gasturbine als Erzeuger mechanischer und thermischer Energie-Generator als Wandler mechanischer in elektrische Energie-Kraftübertragungselemente-Lagerungselemente.
BHKW-Modul
Ein BHKW-Modul besteht aus einem -BHKW-Aggregat-Wärmeüberträgerkomponenten-Mess-, Steuer-, Schalt-, und Regeleinrichtungen-Überwachungseinrichtungen-Anlasseinrichtungen-Komponenten des Ansaug- und Abgassystems-Schmierölsystem-Brennstoffsystem-Sicherheitseinrichtungen.
Biomasse
Organische Stoffproduktion in Pflanzen und Tieren. Sie ist die Quelle regenerativer Brennstoffe.
Demarkationsverträge
Sie werden zwischen zwei oder mehr Versorgungsunternehmen abgeschlossen. In diesen Verträgen verpflichtet sich einer der Vertragsbeteiligten keine Versorgung zu betreiben. Ein am Vertrag nicht beteiligter Dritter wird dadurch nicht an der Aufnahme und Durchführung einer Versorgung in einem dergestalt vertraglich geschützten Gebiet gehindert, es sei denn, dass zwischen den oben genannten Vertragspartnern eine dies behindernde vertragliche Vereinbarung eingegangen wurde.
Elektr. Nutzungsgrad
Der elektr. Nutzungsgrad ist das Verhältnis der genutzten elektrischen Energie (Wirkleistung *Zeit) zur Wärmeenergie der zugeführten Brennstoffmenge bezogen auf HU innerhalb einer längeren Zeitdauer.
Elektrischer Wirkungsgrad
Der elektrische Wirkungsgrad ist das Verhältnis der erzeugten elektrischen Wirkleistung zur Wärmeleistung der zugeführten Brennstoffmenge bezogen auf HU.
EltVU
Elektrizitätsversorgungsunternehmen, das in einem bestimmten Gebiet zur Versorgung mit elektrischer Energie berechtigt ist.
Endenergie
Bezugsenergie, vermindert um den nicht energetischen Verbrauch und um die Umwandlungsverluste und den Eigenbedarf bei der Strom- und Gaseigenerzeugung beim Endverbraucher.
Energetische Amotisationszeit
Die Betriebsdauer einer energieerzeugenden Anlage, in der die kumulierte Nettoenergieerzeugung genau so groß geworden ist wie der Energieaufwand zur Errichtung der Anlage und Herstellung ihrer Teile.
Energie
Fähigkeit eines Systems, äußere Wirkungen hervorzubringen (Max Planck). Der Begriff Energie wird nicht nur in seiner physikalischen Bedeutung, sondern auch im Sinne der Wirtschaftsgröße verwendet, z.B. als Produkt oder als Produktionsfaktor.
Energieanwendung
Gewinnung von Nutzenergie aus Endenergie.
Energiebedarf
Der zur Erfüllung eines bestimmten Zweckes unter Einsatz einer bestimmten Technologie erwartete Energieaufwand in der jeweils erforderlichen Form. Er bezieht sich auf bestimmte Zeiträume oder Vorgänge.
Energiebilanz für den Industriebetrieb
Statistischer Nachweis von Aufkommen und Verwendung von Energieträgern innerhalb eines Betriebes für eine bestimmte Zeitspanne unter Berücksichtigung der bei der Gewinnung, Aufbereitung, Umformung, Speicherung und Fortleitung auftretender Verluste einschließlich des nicht energetischen Verbrauchs von Energieträgern.
Energiebilanz für technische Systeme
Gegenüberstellung der in ein System eintretenden bzw. austretenden Energieströme.
Energieeinsparung
Umfasst alle Maßnahmen zur Verminderung des Energieverbrauchs.
Energiehaushalten
Alle Maßnahmen, um einen bestimmten Zweck unter Beachtung gegebener technischer, ökonomischer und energiepolitischer Prämissen mit dem geringsten Energieverbrauch zu erreichen, insbesondere Energieeinsparung, rationelle Energieverwendung, Verwertung der regenerativen Energievorkommen und Substitution von Energieträgern.
Energiepolitik
Teil der Wirtschaftspolitik, der sich mit der wirtschaftlichen Bereitstellung, Umsetzung, Verteilung und Anwendung von Energie unter Berücksichtigung der nationalen und globalen Möglichkeiten sowie unter dem Aspekt weitgehender Erhaltung (Schonung) besonders der nichtregenerativen Primärenergieversorgung (Ressourcen), unter Beachtung der Umweltgestaltung befasst.
Energierohstoffe
In der Natur vorkommende Stoffe aus denen Energie gewonnen werden kann.
Energierückgewinnung
Nutzen von Energie, die nach der Erfüllung des Zielprozesses aus einem System austritt: a) für den gleichen Prozess b) für andere Prozesse.
Energiesysteme
1. in der Physik: Körper oder Vorrichtungen, die Energie als ursprüngliche Eigenschaft oder aufgrund äußerer Einwirkungen besitzen 2. in der Energiewirtschaft: technisch-wirtschaftliches Gesamtsystem, das zur Deckung des Energiebedarfes dient.
Energietechnik
Teil der Technik, der die Nutzbarmachung(Gewinnung), Umsetzung, Verteilung und Anwendung von Energie zum Gegenstand hat.
Energieträger
Stoffe und physikalische Erscheinungsformen der Energie, aus denen direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen Energie gewonnen werden kann.
Energieumformung
Gewinnung von Energie unter Wahrung der Erscheinungsform des Energieträgers.
Energieumwandlung
Änderung der chemischen und/oder physikalischen Form von Energieträgern; sie schließt auch die Energieumwandlung in Nutzenergie ein.
Energieverbrauch
Die für die Deckung von Energiebedarf verbrauchte Menge an Energie in der jeweils eingesetzten Form. Er bezieht sich auf bestimmte Zeiträume oder Vorgänge.
Energieverbrauch, spezifischer
Auf eine Größe (z.B. Stückzahl, Masse, Volumen, Fläche, Wert) des Zielprozesses bezogener Energieverbrauch. Die Bezugsgröße ist immer anzugeben.
Energieverluste
Der aus einem System austretende nicht im Sinne des Prozesses genutzte Teil der zugeführten Energie. Verluste sind zum Teil naturgesetzlich bedingt unvermeidbar, zum anderen Teil durch technische Mittel und/oder persönliches Verhalten vermeidbar
Energievorräte
Menge an Energierohstoffen. Grundsätzlich werden die Vorräte aufgeteilt in nachgewiesene, sichere (auch Reserven genannt) und mögliche bzw. vermutete. Die Summe aus beiden bezeichnet man als Gesamtvorrat. Die Vorräte sind nach mikro- und makroökonomischen Gegebenheiten zu werten.
Energiewandler
Geräte und Anlagen zur Energieumformung bzw. Energieumwandlung (z. B. Generatoren, Motoren, Öfen, Lampen).
Energiewirtschaft
Teil der Wirtschaft, der sich mit der Energieversorgung befasst. Aufgabe der Energiewirtschaft ist insbesondere die Analyse von Energieangebot und Energienachfrage sowie die Erforschung und der Einsatz der Mittel, mit denen die national, aber auch die internationale Energiebedarfsdeckung gesichert werden kann.
EVU
Energieversorgungsunternehmen, das in einem bestimmten Gebiet zur Versorgung mit Energie berechtigt ist.
Feste Brennstoffe
Kohle, Torf, feste Biomasse und brennbare feste Abfälle.
Flüssige Brennstoffe
Erdöl, Erdölderivate, andere produzierte flüssige Kohlenwasserstoffe und flüssige brennbare Abfälle.
Fossile und regenerative Brennstoffe
Stoffe, aus denen chemisch gebundene Energie freigesetzt werden kann.
Gasförmige Brennstoffe
Naturgase und produzierte Gase einschließlich verflüssigter Gase.
Gebrauchsenergie
Energie, welche dem Verbraucher vor der letzten Umsetzung zur Verfügung steht.
Gesamtnutzungsgrad
Der Gesamtwirkungsgrad ist die Summe von thermischen und elektr. Wirkungsgrad.
Gesamtwirkungsgrad
Der Gesamtwirkungsgrad ist die Summe von elektrischem und thermischem Wirkungsgrad.
Heißwasser
Wärmeträger im flüssigen Zustand mit einer Temperatur über 100°C.
Heizwasser
Wasser als Warmeträger im flüssigen Zustand.
Heizzahl
Der Quotient der gelieferten Nutzwärme aus einer Wärmepumpe, die von einer Verbrennungskraftmaschine angetrieben wird, zu der dafür erforderlichen Brennstoffenergie.
Konzessionsverträge
Sie werden zwischen Gebietskörperschaften, vor allem Gemeinden und Versorgungsunternehmen abgeschlossen. In diesen Verträgen stellt die Gebietskörperschaft dem Versorgungsunternehmen, die in ihrem Eigentum stehende Verkehrswege zur Leitungsverlegung zur Verfügung stellen und sich verpflichten regelmäßig gleichzeitig, keinem anderem Versorgungsunternehmen ein gleiches Recht einzuräumen.
KWK
Kraft-Wärme-Kopplung, Prinzip besonderer Wärmekraftwerke, in welchen die Dampferzeugung der Kessel mittels Turbogeneratoren zur Elektrizitätserzeugung herangezogen wird, wobei jedoch auch eine Dampfentnahme zur Wärmeversorgung von industriellen Prozessen, bzw. Fernheizung möglich ist. Gleichzeitige Kraft und Wärmeerzeugung kann auch mittels Gasturbine oder einer Verbrennungskraftmaschine mit Generator bewerkstelligt werden, wenn man die Abgase dieser Anlagen wärmetechnisch nutzt. Abwärmekraftwerke und Wärmepumpen gehören auch zur KWK, weil bei den mechanischen Verdichtern Kraft und Wärme gekoppelt sind.
KWKK
Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, Anlagen zur gekoppelten Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte. Die Kälte wird dabei durch eine Ab- oder Adsorptionskältemaschine, die auf dem Prinzip der thermischen Verdichtung funktioniert, erzeugt.
Leistung
Stärke eines Energiestromes bei Umwandlungsvorgängen.
Leistungszahl
Der Quotient einer von einer Wärmepumpe gelieferten Nutzwärmeleistung und der dafür aufgewendeten elektrischen Leistung.
Methanzahl
Die Methanzahl dient zur Kennzeichnung der Klopffestigkeit von gasförmigen Brennstoffen. Die Methanzahl eines Gases bzw. Gasgemisches wird rechnerisch aus dessen chemischer Analyse ermittelt.
Naturenergie
Gesamtheit, der in der Natur vorhandenen Energien, von denen jeweils nur ein Teil nutzbar ist entsprechend des jeweils möglichen Gewinnungs- und Umwandlungsverfahren.
Nichtregenerative Energieträger
Energieträger, die sich nicht oder nur in erdgeschichtlichen Zeiträumen erneuern können.
Nutzungsgrad
Quotient, der in einem Zeitraum nutzbar abgegebenen Energie und der gesamten zugeführten Energie. Die betrachtetn Zeiträume können Pausen-, Leerlauf-, Anfahr- und Abfahrzeiten mit einschließen.
Primärenergie
Energieinhalt von Energieträgern, die noch keiner Umwandlung unterworfen wurden.
Rationeller Energieeinsatz
Zweckmäßiger Energieeinsatz zur Verwirklichung wirtschaftlicher Zwecke und Befriedigung individueller Bedürfnisse ohne Einbuße an Produktivität und Komfort.
Regenerative Energiequellen
Energieträger, die sich ständig auf natürliche Weise wieder erneuern.
Rückgewinnen mechanischer Energie
Nutzung von mechanischer Energie, z.B. durch Nutzbremsung oder reversibler Druckreduzierung bei hochgespannten Gasen.
Rücklieferung
Stromlieferung durch Eigenanlagen in das Netz eines EltVUs.
Therm. Nutzungsgrad
Der therm. Nutzungsgrad ist das Verhältnis der genutzten therm. Energie (Wirkleistung *Zeit) zur Wärmeenergie der zugeführten Brennstoffmenge bezogen auf HU innerhalb einer längeren Zeitdauer.
Thermische Leistungen
Für die Auslegung der wärmetechnischen Komponenten hat der Hersteller für die ISO-Standard-Leistung die nutzbare Kühlmittel- und gegebenenfalls Ölwärmeleistung sowie, die thermische Leistung aus dem Abgas unter Berücksichtigung einer unteren Abgasaustrittstemperatur nach dem Wärmeüberträger anzugeben. Die Strahlungswärme ist bezogen auf die ISO-Standard-Leistung.
Thermischer Wirkungsgrad
Der thermische Wirkungsgrad ist das Verhältnis der erzeugten thermischen Leistung zur Wärmeleistung der zugeführten Brennstoffmenge bezogen auf HU.
Verbundbetrieb
Zusammenschalten von Kraftwerken und Netzen, um Betriebstörungen zu vermindern und auftretende Spitzenlasten auszugleichen.
Wärmepumpe
Einrichtung, die einen Wärmestrom aus einer Wärmequelle, z. B. Grundwasser, Oberflächenwasser, Erdreich, Außenluft, Abluft bei niederen Temperaturen aufnimmt (kalte Seite) und unter Aufwand hochwertiger Energie bei höheren Temperaturen wieder abgibt (warme Seite).
Wärmerückgewinnung
Maßnahmen zur Rückführung von Abwärme in das selbe System.
Wärmespeicher
Können erforderlich sein um Wärme in verbrauchsschwachen Zeiten zu speichern die thermische Zeitkonstante des Systems zur Verringerung der Starthäufigkeit zu erhöhen.
Warmwasser
Wärmeträger im flüssigen Zustand mit Temperatur unter 100°C.
Wirkungsgrad
Quotient aus der nutzbar angegebenen Leistung zu der zugeführten Leistung. Dabei werden die Leistungen aus dem Energiefluss je Zeiteinheit bestimmt.
Zugeführte Energie
Alle für einen Prozess notwendige Energien die dem betrachteten System zugeführt werden müssen.
Quellen: W. Suttor (Hrsg.), Praxis Kraft-Wärme-Kopplung, Verlag C.F.MüllerVDI Richtlinie VDI 3985, Grundsätze für Planung, Ausführung und Abnahme von Kraft-Wärme-Kopplung mit Verbrennungskraftmaschinen